Auf zur „Griaß enk Diandln Gerti“ auf die Spießalm im Lammertal

Auch wenn das Wetter heute nicht ganz so sommerlich ist, entscheide ich mich für eine Wanderung zur Spießalm im Lammertal. Die Kinder müssen mit – ob Sie wollen oder nicht. Die Begeisterung hält sich anfangs noch in Grenzen.

Die Spießalm liegt auf ca. 1200m Seehöhe (Anmerkung Red.: der Lämmerhof auf 922m) und ist ca. 300 Jahre alt. Ein ideales Ausflugsziel für Familien mit Kindern.

Nachdem alle Kinder (Elina 2 Jahre, Anna 6 Jahre, Karin 7 Jahre und Daniel 9 Jahre) ihre Wanderschuhe angezogen haben und wir vorsichtshalber Regenjacke und Trinkflasche in den Rucksack gepackt haben, geht es auch schon los. Elina, heute müde und gehfaul, entscheidet sich in die Rückentrage zu steigen. Los geht es direkt vom Lämmerhof über den „alten Wanderweg“ hinter dem Haus Alpenfrieden zum Reitbauer. Hier befindet sich auch der Parkplatz. Noch stehen nicht sehr viele Autos da. Einem gemütlichen Nachmittag steht also nichts im Wege.

Als sich die Sonne doch noch entscheidet, uns auf dem Weg zur Alm zu begleiten, steigt mir die ein oder andere Schweißperle über die Stirn. Es scheint mir so, dass Elina von Schritt zu Schritt schwerer wird – gefühlte 45 °C begleiten mich auf den Weg zur Gerti!

Auf dem ganzen Weg nach oben können wir kein einziges Bankerl zur Rast finden 😦  (Anmerkung Red.: bitte lieber Robert schmeiß deine Motorsäge an und bau ein paar Bankerl für uns armen geplagten Wandersleut)

Noch ein paar Meter und wir haben es geschafft. Es ist immer wieder schön auf der Spießalm anzukommen. Unsere „Griaß enk Diandln Gerti“ mit Ihrer herzlichen Art lässt die Strapazen gleich vergessen.

(Anmerkung Red.: immer wenn wir „Diandln“ (Mädchen) zur Gerti gewandert sind, wurden wir mit einem herzlichen „Griaß enk Diandln“ begrüßt – daher der Name „Griaß enk Diandln Gerti“. Im letzten Jahr hat sich die Gerti doch tatsächlich bei mir entschuldigt, da wir doch jetzt keine Diandln mehr sind, sondern schon Damen und junge Mütter… Liebe Gerti, wir kommen hauptsächlich zu dir auf die Alm, da wir immer mit „Griaß enk Diandln“ begrüßt werden. Das ist wie ein Jungbrunnen für uns – da kommen wir uns doch wieder wie 20 vor :-)

Nach einem erfrischenden Hollerblütensaft und einer guten Jause geht es wieder zurück zum Lämmerhof. Der Rückweg ist schnell geschafft, und dieses Mal sind wir auch noch vor dem Regen zu Hause angekommen.

Gerti, das nächste Mal komm ich wieder mit meinen Diandln! Dieses Mal gab es nämlich kein „Griaß enk, Diandln“ – wär ja auch nicht so passend bei nur 1 Diandl!

Gerti und Hois Lanner sind von Anfang Juni bis Ende September als Senner auf der Alm und machen mit Hilfe von ihrer Schwiegertochter Marianne die verschiedensten Käse: Süß- und Sauerkas, Schüsselkas, Vollmilch- und Buttermilchkas, Kürbiskas – aber auch Almbutter und Bauernbrot.

Direkt von der Spießalm beginnt der Rundwanderweg zu den höchsten Bäumen Österreichs, den sogenannten Urwaldbäumen. Das „Schwardach“ ist auf der Spießalm noch zu bewundern (Schindeldach aus Lärchenschindeln mit Steinen beschwert).

Der „Lammertaler Urwald“ ist ein rund 10 ha großes Areal, mit einem nie bewirtschafteten Wald (Schutzwald). Hier stehen die höchsten Bäume Österreichs. Eine Tanne, mit dem Namen „Lammertaler Wächter“ mit einem Alter von ca. 400 Jahren hat eine Höhe von 48 Meter, einem Stockdurchmesser von 180 cm und ein Volumen von 46 m³!

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